Ein Appell in drei Akten

 

Dieses Jahr ist eines der schwersten und entbehrungsreichsten, der jüngeren Geschichte. Für viele ist die aktuelle Zeit existenzbedrohend. Unsicherheit und Unzufriedenheit macht sich breit. Nun sind wieder weitgehende Einschränkungen im öffentlichen Leben beschlossen worden und in den sozialen Medien toben die Diskussionen. Der Ton wird dabei zunehmend rauer. Es fällt schwer zwischen Fake News und Nachrichten die auf Fakten basieren zu unterscheiden. Jede*r ist nun Expert*in und hat etwas beizutragen. Der Winter wird ungewohnt, sicherlich anders als bisher bekannt und wahrscheinlich durch die Einschränkungen noch etwas anstrengender. Anlass genug für einen Appell in drei Akten, den ich an euch richten möchte:

 

 

 

1. Akt: Medienkompetenz lernen

 

Bitte bleibt wachsam und kritisch;

 

  • Kontrolliert genau welche Informationen ihr teil:

  • Googlelt die Quelle oder die Person von der der Beitrag stammt. Ist es tatsächlich eine glaubhafte Quelle, oder nur eine der vielen Personen, die glauben ihren Senf zur Debatte geben zu müssen. (Meinungsäußerungen sind freilich erlaubt und erwünscht, doch tarnen viele diese unter dem Deckmantel ein „Experte“ zu sein....)

  • Prüft die „Fakten“. Zu Kritik üben gehört auch, die die eigene Kritik kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen. Gibt es Quellen unter dem Beitrag? Wo wurde der Artikel veröffentlicht? Findet ihr die gleiche Information auf anderen glaubwürdigen Nachrichten-/Wisssenschaftsportalen. Da gibt es weit mehr als nur die Tagesschau und den Spiegel, einige Beispiele: die TAZ, Heise, Neues Deutschland, Watson, die Krautreporter, Belltower News(..., schreib in die Kommentare wo du deine Infos herbekommst). Generell erkennt ihr eine gute Quelle daran, dass sie
    a) ein Impressum hat(!),
    b) keine super reißerischen Überschriften und oft eher ein zurückhaltendes Design,
    c) sie nicht eine Wahrheit, Lösung, Antwort verspricht, sondern möglichst objektiv berichtet, wenig emotional aufgeladen (auch wenn uns Emotionen immer sehr gut einfangen)
    d) sie Querverweise und Quellen angibt,
    e) sie eindeutig Meinung von Fakten trennt. In Zeitungen werden Meinungsäußerungen zum Beispiel als Kommentar gekennzeichnet …

  • teilt keine Information(en) die vom rechten Rand oder darüber hinaus gehen. Selbst wenn diese Information(en) vielleicht eurer eigenen Meinung entspricht, bietet ihr damit menschenverachtender, ignoranter Ideologie Reichweite und Akzeptanz. Keine Toleranz gegenüber Intoleranten. (Zum Toleranz Paradoxon schreibe ich die Tage nochmal was.)

  • Es gibt nicht DIE Wahrheit. Wenn jemand so etwas behauptet wird, wisst ihr, dass es sich hierbei vielleicht um eine Meinungsäußerung handelt, nicht aber um eine journalistische oder gar wissenschaftliche Quelle. Das gilt auch für einfache Antworten. Alle die behaupten DIE Lösung, DIE Antwort zu haben sollten schon mal misstrauisch beäugt werden. Wir leben leider in einer verdammt komplexen Welt, da gibt es nur komplexe Antworten. Das ist zwar anstrengend und nervig, aber auch der Segen unserer freiheitlichen Gesellschaft.

 

 

 

Ein Aufruf in drei Akten – 2. Akt: Das Problem heißt Kapitalismus

 

Bitte, seid solidarisch!

 

  • ja, ein gutes Immunsystem schützt vor Viren, aber auch nicht zu 100% und außerdem haben viele Menschen nicht das Privileg ein solches zu haben. (Darüber schrieb ich vor einigen Tagen schon mal).

  • es ist nervig, niemand mag es, doch bis es keinen anderen Weg gibt, müssen wir uns nun alle ein wenig zusammenreißen. Macht euch dabei bewusst, dass es uns hier in Deutschland vergleichsweise immer noch extrem gut geht. Schaut mal in die Nachrichten wie es in anderen Ländern in Europa oder gar der Welt aussieht. We are f**king lucky.

  • nicht die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus sind das Problem, das System ist das Problem. Das System heißt (Turbo-)Kapitalismus. Ihr wollt Kritik üben? Bravo, dann macht das, aber kritisiert das System, weswegen wir diesen ganzen Schlamassel haben. Kritisiert die Ausbeutung der Natur und der Menschen, kritisiert, dass sich einige wenige an uns allen bereichern. Kritisiert, dass Gesundheit und Daseinsfürsorge Waren sind und somit der Wertschöpfungskette unterliegen. Prüft auch angebliche Heilversprechen teurer Komplementärprodukten, Edelsteinen etc....

  • Ja, viele Menschen sterben vielleicht nicht an, aber wohl durch. Viele dieser Menschen hatten wahrscheinlich eine Vorerkrankung, sind alt, immun geschwächt... Guess what, auch diese Menschen wollen leben und hätten wahrscheinlich ohne diese Virus Infektion auch noch einige Zeit weiterleben können. Jedes Leben ist kostbar, hier, jetzt, ÜBERALL!

 

Ein Aufruf in drei Akten – 3.Akt: Selbstfürsorge – wichtig wie nie

 

Bitte, kümmere dich gut um dich!

 

  • gerate nicht in Panik. Ja die Situation ist ernst und schwierig, und sagen wir es doch wie es ist: scheiße. Aber gerate nicht in Panik. Bleib ruhig.

  • bleibe informiert, aber lege bewusst Pausen ein, in denen du keine Nachrichten oder soziale Medien konsumierst. Leg dein Handy weg, mach den Laptop aus. Mach einen Spaziergang, schnappe frische Luft.

  • bleibe sozial. Ja, wir sollen unsere Kontakte verringern, das heißt aber nicht, gar keine Kontakte mehr zu haben. Triff dich mit einer Auswahl deiner besten Freund*innen. Macht euch einen schönen Abend. Versucht nicht nur über Corona und die aktuelle Situation zu reden. Schwelgt in Erinnerungen, schmiedet Pläne für die Zukunft, labert Blödsinn. Ladet eurer Inneres Kind ein mit euch zu spielen.
    Oder schnapp dir dein Telefon und telefoniere mit einem dir lieben Menschen. Bleib im Austausch, bleib im Kontakt.

  • stärke dein Immunsystem. Bleib stark! Bewege dich, gehe viel raus an die frische Luft. Ernähre dich gesund, viel Obst und Gemüse, wenig Zucker, Alkohol und ähnliches. Ingwer und Kurkuma, Orangen, Zitronen, Cranberry Saft, sowie Salbei und Rosmarin (und viel anderes) sind zum Beispiel super Immunsystem-Booster.

  • Praktiziere die Wechselatmung und andere dir bekannte Atemtechniken. Unser Atem reguliert unser Nervensystem und stärkt unser Immunsystem.

  • Meditiere. Verschaffe deinem Geist regelmäßig eine wichtige Auszeit. Meditation lindert nachweislich Stress und Depressionen. Meditation heißt nicht gar nichts mehr zu denken, sondern nicht an den Gedanken festzuhalten, sondern den Fokus wieder zu Atem und Körper zu bringen. Wenn du nicht weißt wie; ich habe einige Meditation aufgenommen, auf den üblichen Spotify und Co. „Lotta Faidini“ suchen oder greife doch mal zum Handy und schaue dir Tutorials bei YouTube an oder probiere eine Meditationsapp aus.

 

 

 

Kurzum:

 

Bleib wachsam und kritisch!

 

Bleib solidarisch!

 

Kümmere dich gut um dich und deine Mitmenschen!